MÖBELVISIONEN — Smartes Materialmanagement, die Farben für den Zeitgeist und eine Reise in das Jahr 2030 – die Zukunft der Interior-Branche hat im FURNITURE FUTURE FORUM begonnen!

„So ein volles Haus hat­ten wir seit den Vor-Pan­demie-Zeit­en nicht mehr“, freute sich Trend­fil­ter-Geschäfts­führerin Katrin de Louw, die mit ihren „MÖBELVISIONEN“ im FURNITURE FUTURE FORUM am 9. Novem­ber 2023 mit einem tre­ff­sicheren Mix von Zukun­ft­s­the­men mehr als 150 Inter­essierte in das Ausstel­lungszen­trum in Bünde lock­te. Drei hochkarätige Ref­er­enten stell­ten Schlüs­selthe­men vor, mit denen sich die Inte­ri­or-Branche nach vorn entwick­eln kann – und oben­drein gab es noch eine Sneak Pre­view auf die Sus­tained Col­or No. 8, die offiziell erst zum Jahres­be­ginn 2024 vorgestellt wird.

„Die Dig­i­tal­isierung von Mate­ri­alien hat ger­ade erst begonnen.“ Mit dieser fun­da­men­tal­en Aus­sage eröffnete Dr. Hans Peter Schlegelmilch, CEO von Brain of Mate­ri­als und neuer Koop­er­a­tionspart­ner von Trend­fil­ter, das Pro­gramm der „MÖBELVISIONEN“. Er glaubt an „Smart Mate­r­i­al Data Man­age­ment“, das sich um die Fragestel­lung dreht, wie die Dig­i­tal­isierung dabei unter­stützen kann, das (nach­haltige) Mate­rial­man­age­ment ent­lang der Wertschöp­fungs­kette zu verbessern und effizien­ter zu gestal­ten. Brain of Mate­ri­als hat dazu eine Daten­plat­tform aufge­set­zt, die viel­er­lei Prob­leme lösen kann. Denn wer die Admin­is­tra­tion und die Prozess­kette dig­i­tal­isiert, benötigt weniger Fachkräfte in diesen Bere­ichen bzw. kann die beste­hen­den Fachkräfte sin­nvoller an ander­er Stelle einsetzen.

Die zweite Triebfed­er für „Smart Mate­r­i­al Data Man­age­ment“ beste­ht im opti­mierten Mate­ri­alfluss, denn wie lassen sich Mate­ri­alien naht­los in die Wertschöp­fungs­kette inte­gri­eren? Das ist ins­beson­dere vor dem Hin­ter­grund neuer reg­u­la­torisch­er Anforderun­gen wie z.B. die Ein­führung des dig­i­tal­en Pro­duk­t­pass­es oder die geforderte Angabe des CO2-Fußab­drucks eine entschei­dende Frage. Brain of Mate­ri­als hält als Plat­tform diese und andere rel­e­vante Mate­ri­aleigen­schaften als Dat­en vor, die dann von allen beteiligten Akteuren ent­lang der Wertschöp­fungs­kette genutzt wer­den kön­nen. Völ­lig neue Anwen­dun­gen und Erken­nt­nisse sind dabei z.B. im Mate­r­i­al Scout­ing möglich ­– sodass auf Grund­lage von Date­nauswer­tun­gen die opti­malen Mate­ri­alien für die indi­vidu­elle Anforderun­gen ermit­telt werden.

Brain of Mate­ri­als tax­iert das durch­schnit­tliche Einspar­poten­zial admin­is­tra­tiv­er Vorgänge mit­tels „Smart Mate­r­i­al Data Man­age­ment“ auf 45 Prozent und berück­sichtigt bei dieser Schätzung die Bere­iche Pro­duk­t­pass, Nach­haltigkeits­man­age­ment, Daten­blät­ter, Work­flows, tech­nis­che Anforderun­gen und Datenpflege. Die große Her­aus­forderung: „Die tech­nol­o­gis­che Kom­pe­tenz muss in den Unternehmen erhöht wer­den, um von den Vorteilen von ‚Smart Mate­r­i­al Data Man­age­ment‘ über­haupt erst prof­i­tieren zu kön­nen. Aber die Bere­itschaft ist da“, blickt Dr. Schlegelmilch nach vorn.

Einen umfassenden Trend­fore­cast lieferte dann Prof. Timo Rieke, Design­er, Pro­fes­sor an der HAWK, Vor­standsvor­sitzen­der des deutschen Far­ben­zen­trums und eben­falls Gremi­ums-Mit­glied für die Auswahl der Sus­tained Col­or No. 8.

Das „RAL Col­or Feel­ing“ ist eine Serie von Trend­bericht­en, die für die Raum- und Pro­duk­t­gestal­tung wertvolle Ori­en­tierung gibt. Die dabei ermit­tel­ten Gestal­tungs-Guide­lines sind auf eine aufwändi­ge Her­leitung zurück­zuführen, welche die Schritte „Scout­ing“, „Mega­trend-Def­i­n­i­tion“, „Mon­i­tor­ing“ und „Rückschau/Historie“ umfasst. Aus all den gesam­melten Infor­ma­tio­nen erstellen die Far­b­ex­perten einen Zukunftscode.

„Farbe kann als Symp­tom gesellschaftlich­er Zustände gel­ten und Farbe ist das uni­versell­ste Ele­ment der men­schlichen Kom­mu­nika­tion“, erk­lärt Rieke. Für das bis dato fün­fte „RAL Col­or Feel­ing“ mit ins­ge­samt 15 Far­ben haben die Far­b­ex­perten fünf Adjek­tive definiert: res­o­nante (Wirkung), anre­gende (Gesten), robuste (Pro­duk­te), fördernde (Räume), und inklu­sives (Design). Das Spek­trum reicht von „Opalvi­o­lett“, „Karmesin­rot“ über „Min­er­al­braun“ bis hin zu „Meer­grün“ und „Som­merbleu“. Die Far­ben funk­tion­ieren miteinan­der, haben aber auch einen eigen­ständi­gen Charak­ter. „Nach der far­blichen Ergrau­ung während der Pan­demie wird es wieder emo­tionaler“, erk­lärt Rieke. Eine wichtige Stoßrich­tung des „RAL Col­or Feel­ing“ ist es, die Far­ben in der Anwen­dung zu zeigen. Auch mit dem Ein­satz von KI haben die Far­b­ex­perten bere­its exper­i­men­tiert ­– allerd­ings noch ohne den recht­en Clou. „Am Ende braucht es für den Far­bein­satz das men­schliche Gefühl.“

Was Muster bet­rifft, liegen Raster, ein­fache Geome­trien und Grund­for­men im Trend. In Bezug auf die Tex­tur sind Roh­ma­te­ri­alien und natür­liche Pig­mente gefragt. For­men dür­fen gern nach Man­u­fak­tur und Handw­erk ausse­hen. In der „RAL Col­or Feel­ing 2025+ Trend­box“ für Architek­ten, Design­er, Gestal­ter gibt es entsprechende Muster, um damit zu exper­i­men­tieren, zu kom­binieren und zu gestalten.

Im Anschluss hieß es: Das COLORNETWORK proud­ly presents the Sus­tained Col­or No. 8! In ein­er Sneak Pre­view kon­nten die Gäste erst­mals die neue Farbe sehen, die offiziell erst zum Jahres­be­ginn präsen­tiert wird. So viel sei vor­wegge­sagt: Es geht dieses Mal mehr denn je „wohlweißlich“ auch um die Küche als natür­lich­er Leben­sraum! Mehr dazu am 1. Jan­u­ar 2024…

Sebas­t­ian Raß­mann, Experte für Zukun­fts­fra­gen bei Tren­dOne nahm die Zuhören­den unter dem Stich­wort „Arti­fi­cial Intel­li­gence“ mit auf eine Reise in das Jahr 2030. Das Grund­prob­lem schick­te er voraus: Die Zukun­ft ist für den Men­schen sehr schw­er vorstell­bar. Bei der Beschrei­bung lan­den wir schnell bei Utopi­en oder Dystopi­en, also bei Extrem­darstel­lun­gen. Die Erfahrung zeigt, dass wir die Zukun­ft nicht vorher­sagen, aber sehr wohl antizip­ieren und gestal­ten kön­nen. Das gilt auch beim The­ma KI, bei dem wir noch ganz am Anfang ste­hen, glaubt Raß­mann. Chat­G­PT hat ger­ade ein­mal fünf Tage benötigt, um weltweit eine Mio. User zu erre­ichen – so schnell war bish­er noch keine Plat­tform. Für 100 Mio. User waren ger­ade mal zwei Monate nötig. Kein Zweifel: AI wird die Art und Weise, wie wir Leben noch weit­er, verän­dern. Und Sebas­t­ian Raß­mann brachte dafür fünf Ansatzpunk­te mit:AI Assis­tance: Wir bekom­men unseren eige­nen Sekretär. Beispiel: Microsoft Co-Pilot. Das Pro­gramm unter­stützt dabei, Texte und E‑Mails zu schreiben und diese auf Rechtschrei­bung zu prüfen. Bilder- und Doku­menten­suche, Präsen­ta­tio­nen, Tweets, Post­ings und das in der eige­nen, indi­vidu­ellen Sprache ­– wird alles vom Pro­gramm über­nom­men.Cre­ative AI: Mit dem „AI Chair“ hat der Star-Design­er Philippe Star­ck Kün­stliche Intel­li­genz bere­its für sich arbeit­en lassen – mit einem beein­druck­enden Ergeb­nis. „Pan­ta Rhai“ ist das erste Lifestyle-Mag­a­zin, das von kün­stlich­er Intel­li­genz pro­duziert wird.Pre­dic­tive Ana­lyt­ics: Schlussfol­gerun­gen und Vorher­sagen kön­nen auf Grund­lage von Daten­sätzen getrof­fen wer­den. Voraus­set­zung: Die Dat­en müssen rel­e­vant sein und in aus­re­ichen­der Zahl vor­liegen („Big Data“). Daran sollte es zukün­ftig nicht man­geln, denn die Men­schheit pro­duziert ein expo­nen­tielles Datenwach­s­tum. 175 Zettabyte an Infor­ma­tio­nen wer­den wir bis 2025 anhäufen. Bish­er wird allerd­ings nur ein Bruchteil der erhobe­nen Dat­en ana­lytisch genutzt.AI Ser­vice: 85 Prozent der Kun­denkom­mu­nika­tion und Ser­vice kön­nten tech­nisch und inhaltlich bere­its von AI über­nom­men wer­den.Robot­ics: Handw­erk­er- oder Pfleger­o­bot­er kön­nen als Lösung für den Fachkräfte­man­gel ange­se­hen werden.

Raß­mann nan­nte aber auch die Schat­ten­seit­en: Der Weg­fall von Arbeit­splätzen, die von KI ratio­nal­isiert wer­den, hat bere­its begonnen. KI kön­nte auch zudem für mil­itärische Zwecke oder Cyberkrim­i­nal­ität miss­braucht wer­den, denn ger­ade KI-gestützte Algo­rith­men sind sehr anfäl­lig für Cyber­at­tack­en. Die Dystopie: „Gen­er­al AI“ wäre vorstell­bar als eine Art Super-Intel­li­genz, die eigene Ziele und Hand­lungsnor­men definieren kön­nte bzw. wollte… Raß­mann rät aber zu einem neugieri­gen Umgang mit den neuen Tech­nolo­gien nach dem Mot­to: „You can‘t be a swim­mer if you dont get into the pool.”

Näch­stes Mal lockt das FURNITURE FUTURE FORUM dann mit einem neuen For­mat, dem „Fur­ni­ture TALK“. Am 29. Feb­ru­ar 2023 geht es um „Net­zw­erke in OWL – Warum wir gemein­sam stärk­er sind?“ Als Speak­er zuge­sagt haben bere­its Prof. Mar­tin Stosch (TH OWL), Brigitte Meier, (Wege mbH), Jens Hölper, (Garant Gruppe) und Michael Lauköt­ter (Möbelmeile). Es mod­erieren Katrin de Louw (Trend­fil­ter) und Sascha Tap­ken (Home.Made.Storys.). Wer Inter­esse hat, kann sich gern für den Ein­ladungsverteil­er ein­tra­gen.

Pressekon­takt:

Home. Made. Sto­rys.by Sascha Tap­kenDas B2B-Medi­en­haus für Home & Living

E‑Mail: s.tapken@homemadestorys.deWeb­site: www.homemadestorys.deMobil: +49 178 386 00 90Adresse: Eppen­dor­fer Land­straße 62, 20249 Hamburg