Silicon-Economy: Erste Komponenten für Open-Source-Revolution in der Logistik veröffentlicht

Mit der Veröf­fentlichung der ersten Open-Source-Kom­po­nen­ten aus dem Pro­jekt »Sil­i­con Econ­o­my« nimmt das Betrieb­ssys­tem der Logis­tik für die Plat­tfor­mökonomie der Zukun­ft Gestalt an. Das Bun­desmin­is­teri­um für Dig­i­tales und Verkehr (BMDV) fördert das Pro­jekt mit 25 Mil­lio­nen Euro. Ab sofort kön­nen Unternehmen frei ver­füg­bare Soft­ware und Hard­ware nutzen und auf ihre Bedürfnisse anpassen. 

Das Fraun­hofer-Insti­tut für Mate­ri­alfluss und Logis­tik IML hat im Pro­jekt »Sil­i­con Econ­o­my« die näch­ste Stufe der dig­i­tal­en Ver­net­zung in der Logis­tik ein­geleit­et: Am 7. April 2022 haben die Forscherin­nen und Forsch­er Ergeb­nisse der Soft- und Hard­wa­reen­twick­lun­gen aus ins­ge­samt fünf Entwick­lung­spro­jek­ten in ein­er dig­i­tal­en Bib­lio­thek, dem soge­nan­nten Repos­i­to­ry, der Open Logis­tics Foun­da­tion bere­it­gestellt. Die Stiftung ver­fol­gt das Ziel, Open Source in der Logis­tik zu ver­ankern. Der Quell­code der Entwick­lun­gen ist nun frei ver­füg­bar und kann von Unternehmen weit­er­en­twick­elt und auf ihre Bedürfnisse angepasst werden.

»Wir wollen unser Land mod­ern­er und dig­i­taler machen. Mit diesem Pro­jekt set­zen wir inter­na­tion­al neue Stan­dards für die Logis­tik. Unser Ziel ist die Dig­i­tal­isierung sämtlich­er Geschäft­sprozesse ent­lang der Liefer­kette – von der Bestel­lung über die Trans­port­pla­nung bis zur Abrech­nung. Deutsch­land ist hier Vor­re­it­er. Mit der dig­i­tal­en Bib­lio­thek der Open Logis­tics Foun­da­tion öff­nen wir unsere gesam­melten Dat­en für Unternehmen weltweit. Mit dig­i­tal­isierten Ein­fuhrprozessen erhöhen wir die Plan­barkeit, bauen Bürokratie ab und senken Trans­portkosten«, so Dr. Volk­er Wiss­ing, Bun­desmin­is­ter für Dig­i­tales und Verkehr.

Prof. Michael ten Hom­pel, geschäfts­führen­der Insti­tut­sleit­er des Fraun­hofer IML, betont: »Mit unserem Vorhaben Sil­i­con Econ­o­my sind wir ange­treten, so etwas wie das Lin­ux für die Logis­tik zu bauen. Der erste Grund­stein für ein neuar­tiges dezen­trales Plat­tfor­men-Ökosys­tem in der Logis­tik ist jet­zt mit der Veröf­fentlichung unser­er ersten Open-Source-Kom­po­nen­ten gelegt. Die Logis­tik wird zunehmend durch Dig­i­tal­isierung und Kün­stliche Intel­li­genz bes­timmt. Jet­zt entschei­det sich, wer das vielz­i­tierte Daten­gold heben wird und die richti­gen Algo­rith­men als Erster an den Start bringt. Mit der Open Logis­tics Foun­da­tion haben wir eine Umge­bung, in der Schnittstellen und Basis­prozesse stan­dar­d­isiert und anwend­bar wer­den und ein offen­er, föderaler und sou­verän­er Daten­raum entste­ht. Die Unternehmen kön­nen jet­zt intel­li­gente Lösun­gen entwick­eln zu dig­i­tal­en Fracht­briefen oder dem Track­ing von Palet­ten. Die Unternehmen denken bere­its um: Sie wis­sen, dass es gemein­samer Anstren­gung bedarf und Open Source für die Dig­i­tal­isierung und Automa­tisierung der Logis­tik unab­d­ing­bar ist. Wir sind daher überzeugt davon, dass das Ökosys­tem der Anbi­eter und Nutzer schnell wach­sen wird.«

Das Forschung­spro­jekt startete im Mai 2020. Es läuft über drei Jahre und wird vom BMDV mit 25 Mil­lio­nen Euro gefördert. Mit der Veröf­fentlichung der Kom­po­nen­ten aus dem Pro­jekt im Repos­i­to­ry der Open Logis­tics Foun­da­tion, ein­er Tech­nolo­gieini­tia­tive führen­der, inter­na­tion­al tätiger Logis­tikun­ternehmen, set­zt das Fraun­hofer IML auf eine schnelle indus­trielle Ver­w­er­tung. Die Grün­dung der Stiftung Ende Okto­ber 2021 geht auf eine Ini­tia­tive des Insti­tuts im Rah­men des Vorhabens zurück. »Wir freuen uns jet­zt auf engagierte Entwick­lerin­nen und Entwick­ler sowohl in Konz­er­nen als auch im Mit­tel­stand, in kleinen Unternehmen und bei Start-ups. Wir fordern sie auf, unsere Forschungsergeb­nisse zu prüfen, anzu­passen und weit­erzuen­twick­eln. Ich bin mir sich­er, dass damit in naher Zukun­ft in der Logis­tik viele inno­v­a­tive, kreative Anwen­dun­gen möglich wer­den, die wir uns heute vielle­icht nicht ein­mal vorstellen kön­nen«, so ten Hompel.

Beim E‑Frachtbrief und dem Sens­ing Puck han­delt es sich um beispiel­hafte Entwick­lun­gen aus dem Pro­jekt Sil­i­con Economy.

In den kom­menden Wochen und Monat­en wer­den weit­ere Kom­po­nen­ten aus der Sil­i­con Econ­o­my in das Repos­i­to­ry einge­hen. Darüber hin­aus starten nun auch die Indus­triepart­ner der Open Logis­tics Foun­da­tion erste eigene Pro­jek­te, deren Ergeb­nisse über das Repos­i­to­ry frei zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Unter fol­gen­dem Link gelan­gen Inter­essierte zum Repos­i­to­ry der Open Logis­tics Foundation:

Repos­i­to­ry der Open Logis­tics Foundation

Im Rah­men ein­er acht­teili­gen dig­i­tal­en Ver­anstal­tungsrei­he geben die Exper­tin­nen und Experten aus der »Sil­i­con Econ­o­my« und der Open Logis­tics Foun­da­tion ab Ende April inter­essierten Unternehmen zunächst an einem Ter­min einen Ein­blick in das Repos­i­to­ry und gehen an den weit­eren Ter­mi­nen auf die unter­schiedlichen veröf­fentlicht­en Kom­po­nen­ten ein. Anmel­dun­gen unter: 

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Über­sicht der veröf­fentlicht­en Komponenten

Zu den veröf­fentlicht­en Kom­po­nen­ten zählen beispiel­sweise ein Ser­vice zur Erzeu­gung, Spe­icherung und Weit­er­gabe von dig­i­tal­en Fracht­briefen in men­schen- und maschi­nen­les­barem For­mat, unter Berück­sich­ti­gung etabliert­er Vor­la­gen und inter­na­tionaler Stan­dards konzip­iert und als Ref­eren­z­im­ple­men­tierung umge­set­zt. Weit­ere Kom­po­nen­ten bieten Lösun­gen zur Inte­gra­tion von IoT-Geräten und der Auf­bere­itung von Dat­en für die Nutzung durch andere Dien­ste sowie zur Dig­i­tal­isierung von Ein­fuhrprozessen in der Luft­fracht-Frisch­e­l­o­gis­tik. Die Soft­ware­bib­lio­thek der »IDS Inte­gra­tion Tool­box« vere­in­facht darüber hin­aus die Inte­gra­tion von Kom­po­nen­ten für die Inter­na­tion­al Data Spaces (IDS) in IT-Sys­teme. Davon prof­i­tieren vor allem kleine und mit­tlere Unternehmen: Sie sind nicht mehr auf Spezial­is­ten mit beson­deren Ken­nt­nis­sen des IDS-Ref­eren­zar­chitek­tur­mod­ells angewiesen, um sich mit den sicheren Daten­räu­men zu verbinden.

Sämtliche Kom­po­nen­ten wer­den unter der freien Open Logis­tics License veröf­fentlicht, die das europäis­che Haf­tungs- und Urhe­ber­recht berücksichtigt.

Autor: Julian Jaku­bi­ak, Pressesprecher
Fraun­hofer-Insti­tut für Mate­ri­alfluss und Logis­tik IML
Bildquellen: Fraun­hofer IML