
Swipe, Save, Shop: So verändern Händler-Apps den Konsum
Von der Spielerei zum Must-Have: Im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Zuversicht und Kostendruck avancieren Händler-Apps im FMCG-Umfeld zum Taktgeber des Einkaufs. Im Wettbewerb um die User-Aufmerksamkeit gewinnen Händler, die in Apps auf Personalisierung und Relevanz setzen.
Die Verbraucherstimmung in Deutschland bleibt ambivalent – das verdeutlicht auch der aktuelle Consumer Outlook Report von NIQ: Zwar sehen sich 30 Prozent der globalen Konsumenten finanziell besser gestellt als vor einem Jahr (0,4 Prozentpunkte Zuwachs gegenüber Juli 2024), doch zugleich berichten 32,8 Prozent von einer Verschlechterung (+0,6 Prozentpunkte). Auch wenn die Stimmung langsam etwas positiver wird, bleibt die finanzielle Realität angespannt. Zwischen steigenden Alltagskosten, Inflation und Zinsen muss sich jede Anschaffung ihren Platz im Budget „verdienen“.
In diesem Umfeld investieren Händler massiv in ihre App-Angebote, um Verbraucher enger an sich zu binden und den Einkauf attraktiver zu gestalten. Die steigende Beliebtheit der Apps ist aber nicht nur ein Ergebnis gezielter Investitionen, sondern auch des veränderten Verbraucherverhaltens: Händler-Apps und Coupons helfen beim Sparen und geben Verbrauchern in schwer planbaren Zeiten das Gefühl von Kontrolle zurück. Die wachsende App-Beliebtheit bestätigt auch eine aktuelle Befragung des NIQ Consumer Panels: 65 Prozent der Haushalte in Deutschland nutzen demnach mindestens eine Händler-App, die Aktivierung von Coupons kommt dabei am häufigsten zum Einsatz (90 Prozent).
Wer die App gewinnt, gewinnt den Warenkorb
Coupons beeinflussen fast die Hälfte aller Verbraucher nicht nur bei der Wahl der Einkaufsstätte, sondern motivieren über die Hälfte auch zu größeren Warenkörben. Und “Heavy-App-User” tätigen im Schnitt 20 Prozent mehr sogenannte „Big Trolley“-Einkäufe.
Doch auch im Bereich der App-Nutzung ist der Wettbewerb intensiv: Händler müssen sich den Zugang zu den Konsumenten mit anderen Anbietern teilen – durchschnittlich verwenden App-Nutzer zwei weitere Anwendungen anderer Händler. Umso wichtiger werden daher Relevanz und Personalisierung als entscheidende Erfolgsfaktoren im Kampf um die Aufmerksamkeit der Verbraucher. Händler punkten besonders durch ein Nutzungserlebnis mit verlässlichen Ladezeiten, klarer Navigation und mit einer störungsfreien Coupon-Einlösung an der Kasse. Hohe App-Zufriedenheit korreliert direkt mit intensiver Nutzung und stärkerer Loyalität: So wird im Händlervergleich die Lidl-App am häufigsten genutzt, während Kaufland und Penny Shopper besonders erfolgreich in loyale Käufer konvertieren.
Digital oder Print? Das Zauberwort ist „Passung“
Print ist tot? Nicht beim Shopping, wie die Ergebnisse der Befragung zeigen. Trotz des digitalen Schubs bleibt der Papier-Handzettel der meistgenutzte Informationskanal (75 Prozent) für die Shopping-Vorbereitung. Während jüngere Konsumenten zunehmend digitale Wege bevorzugen, greifen ältere Zielgruppen — wenig überraschend — weiterhin vor allem zum klassischen Papierprospekt. Digitale Kontaktpunkte holen jedoch insgesamt rasant auf: 47 Prozent der Befragten informieren sich in der Händler-App, 46 Prozent über den digitalen Handzettel. Zwei Drittel der Haushalte, die Prospekte ausschließlich digital nutzen, sind unter 50; unter den exklusiv Papier-Nutzenden sind 60 Prozent über 60. Für die Kanalwahl der Händler bedeutet dies: den Traditionskanal weiter bedienen, digitale Kontaktpunkte ausbauen und Inhalte auf die Käufergruppen zuschneiden.
Dort, wo gezielte Promotions und Kundenaktivierung auf passende Sortimente treffen, entstehen die sichtbarsten Effekte. Als besonders wirksamer Loyalitätshebel erweisen sich dabei erneut Coupons auf Gesamteinkäufe oder ganze Warenklassen – sie bieten den größten Spareffekt und sprechen dadurch breite Verbrauchergruppen an.
Hausaufgaben für den Handel: Vom Pricing-Playbook zur Volumenlogik
Der Consumer Outlook Report verweist auf eine insgesamt abkühlende Inflation (IMF-Prognose 3,6 Prozent für 2026) und gedämpftes Preiswachstum im FMCG-Markt (+2,6 Prozent 2025 nach +4,1 Prozent in 2024). Für Händler rückt damit auch ein neuer Wachstumsmodus in den Mittelpunkt: Volumen als zentraler Treiber.
„Niedrige Preise allein sind kein Wachstumstreiber mehr. Händler erzielen zusätzliches Wachstum vor allem über durch Coupons generierte höhere Absatzmengen – diese generieren stärkere Kundenbindung und mehr Kaufanlässe“, weiß Thomas Montiel Castro, Manager Strategic Insights Consumer Panel, NIQ. „In einer Welt, in der Haushalte mehrere Händler-Apps nutzen, gewinnen diejenigen, die mit aus Kundensicht relevanten, einfach einlösbaren Angeboten die Aufmerksamkeit und Loyalität sichern.“
Je reibungsloser der Weg vom Schnäppchen-Fund zur Coupon-Einlösung, desto höher die Kauf-Frequenz und desto üppiger der Warenkorb. Eine altersspezifische Strategie bietet sich an: Print bleibt Träger für ältere Kohorten, App und digitaler Handzettel werden zum primären Kompass für Jüngere. Entscheidend für nachhaltige Kundenbindung ist dabei weniger der einzelne Rabatt als das ganzheitliche Nutzungserlebnis – von intuitiver App-Bedienung über personalisierte Angebote bis hin zur reibungslosen Einlösung an der Kasse.
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