Neue ibi-Studie: KI beeinflusst zunehmend die Produktsuche und Kaufentscheidung

KI verän­dert, wie Men­schen Pro­duk­te ent­deck­en, Infor­ma­tio­nen suchen und Kaufentschei­dun­gen tre­f­fen. Immer häu­figer nutzen Konsument:innen KI nicht nur zur Recherche, son­dern kaufen auch Pro­duk­te auf Basis von KI-Empfehlungen.

Wie ver­bre­it­et ist die KI-Nutzung inzwis­chen? Welche Rolle spielt KI bei der Pro­duk­t­suche und beim Kauf? Und welche Vor­be­halte beste­hen weiterhin?

Die neue Studie „KI-Nutzung beim Pro­duk­tkauf“ von ibi research zeigt anhand von drei Befra­gungswellen, wie sich die Nutzung und Wahrnehmung von KI zwis­chen Sep­tem­ber 2025 und Sep­tem­ber 2026 entwick­elt haben.

Die wichtig­sten Ergeb­nisse auf einen Blick:

  • 41,8 % der Befragten haben bere­its ein Pro­dukt auf­grund ein­er KI-Empfehlung gekauft.
  • Rund 41 % der KI-Nutzer:innen set­zen KI meis­tens oder immer als Alter­na­tive zu klas­sis­chen Such­maschi­nen ein.
  • 21,6 % nutzen KI täglich – im Sep­tem­ber 2025 waren es noch 11,5 %.
  • 51,7 % nutzen KI zur Informationsrecherche.
  • Daten­schutzbe­denken, Zweifel an der Ver­lässlichkeit und fehlen­des Ver­trauen bleiben rel­e­vante Hürden.

Die Ergeb­nisse zeigen, wie sich KI als zusät­zlich­er Zugang zu Pro­duk­t­in­for­ma­tio­nen etabliert und welche Bedeu­tung sie für das Einkaufsver­hal­ten gewin­nt. Damit rück­en neue Fra­gen für den E‑Commerce in den Fokus – von der Sicht­barkeit von Pro­duk­ten bis zum Ver­trauen in KI-gestützte Empfehlun­gen. Auch beim E‑Com­merce-Tag Regens­burg ste­ht die Frage im Mit­telpunkt, wie KI den Han­del und das Einkauf­ser­leb­nis verändert.
Ent­deck­en Sie das Pro­gramm und erfahren Sie mehr über die Ver­anstal­tung: www.ecommerce-tag.de

KI bei der Produktsuche: Vom Ausprobieren zum praktischen Werkzeug

Noch vor weni­gen Jahren war gen­er­a­tive KI für viele Men­schen vor allem ein neuar­tiges Phänomen, das vor­wiegend aus Neugi­er aus­pro­biert wurde. Inzwis­chen zeigt sich ein spür­bar­er Wan­del: KI-Anwen­dun­gen wer­den zunehmend zu einem alltäglichen Werkzeug – auch beim Einkaufen. Das zeigen drei ibi-Kon­sumenten­be­fra­gun­gen aus Sep­tem­ber 2025, März 2026 sowie Sep­tem­ber 2026. Vor allem vier Entwick­lun­gen stechen hervor.

KI erreicht mehr Menschen und wird regelmäßiger genutzt

Der Anteil der Befragten, die KI zumin­d­est sel­ten ver­wen­den, ist über die drei Erhe­bun­gen hin­weg von 64,4 Prozent über 73,9 Prozent auf 79,7 Prozent gestiegen. Damit haben zulet­zt rund vier Fün­f­tel der Befragten bere­its prak­tis­che Erfahrun­gen mit KI gesammelt.

Noch aus­sagekräftiger ist die Entwick­lung bei der regelmäßi­gen Nutzung: Der Anteil der­jeni­gen, die KI täglich oder wöchentlich ein­set­zen, erhöhte sich von 32,1 Prozent auf 39,6 Prozent und schließlich auf 47,6 Prozent. Der Zuwachs beschränkt sich somit nicht auf gele­gentlich­es Aus­pro­bieren; fast jede zweite befragte Per­son nutzt KI inzwis­chen min­destens wöchentlich. Die Dat­en sprechen damit für eine zunehmende Ver­ankerung im All­t­ag. Welche Anwen­dun­gen dabei langfristig beste­hen und in welchen Lebens­bere­ichen KI beson­ders rel­e­vant wird, lässt sich aus der Nutzung­shäu­figkeit allein allerd­ings nicht ableiten.

Abbil­dung 1: Vier von fünf Nutzer:innen ver­wen­den KI min­destens sel­ten in ihrem Alltag

KI entwickelt sich zu einem relevanten Zugang zur Produktsuche

Auch bei der Suche nach Pro­duk­ten und Dien­stleis­tun­gen gewin­nt KI zunehmend an Bedeu­tung. Unter den KI-Nutzer:innen stieg der Anteil der­jeni­gen, die KI immer oder meis­tens als Alter­na­tive zu klas­sis­chen Such­maschi­nen ein­set­zen, von 26,1 Prozent über 32,0 Prozent auf 41,0 Prozent. In der jüng­sten Erhe­bung nutzten 76,9 Prozent KI zumin­d­est manch­mal auf diese Weise.

Dies ist zwar noch kein Beleg dafür, dass KI klas­sis­che Such­maschi­nen bere­its ver­drängt. Jedoch zeigen die Ergeb­nisse, dass sich die Infor­ma­tion­ssuche aus­d­if­feren­ziert. Konsument:innen kön­nen ihre Recherche kün­ftig häu­figer mit ein­er KI-Anwen­dung begin­nen, ohne unmit­tel­bar eine Such­mas­chine, einen Online-Shop oder einen Mark­t­platz aufzurufen.
Für Han­del­sun­ternehmen und Hersteller:innen wird damit die Qual­ität ihrer Pro­duk­t­in­for­ma­tio­nen noch wichtiger als bish­er. Angaben zu Eigen­schaften, Preisen, Ver­füg­barkeit und Ein­satzmöglichkeit­en müssen ein­deutig, aktuell sowie kon­sis­tent sein, denn nur dann kön­nen Such- und KI-Sys­teme sie zuver­läs­sig einord­nen. Sicht­barkeit allein reicht dabei nicht aus: Entschei­dend bleibt, ob Infor­ma­tio­nen ver­ständlich, über­prüf­bar und für unter­schiedliche Sys­teme nutzbar sind.

Für Han­del­sun­ternehmen und Hersteller:innen wird damit die Qual­ität ihrer Pro­duk­t­in­for­ma­tio­nen noch wichtiger als bish­er. Angaben zu Eigen­schaften, Preisen, Ver­füg­barkeit und Ein­satzmöglichkeit­en müssen ein­deutig, aktuell sowie kon­sis­tent sein, denn nur dann kön­nen Such- und KI-Sys­teme sie zuver­läs­sig einord­nen. Sicht­barkeit allein reicht dabei nicht aus: Entschei­dend bleibt, ob Infor­ma­tio­nen ver­ständlich, über­prüf­bar und für unter­schiedliche Sys­teme nutzbar sind.

Abbil­dung 2: Im Zeitver­gle­ich zeigt sich ein deut­lich­er Anstieg bei der Nutzung zur Produktsuche

Zeitersparnis gewinnt als Nutzungsgrund an Bedeutung

Auch die genan­nten Gründe für die KI-Nutzung verän­dern sich. Zeit­erspar­nis nan­nten in den ersten bei­den Erhe­bun­gen jew­eils rund 39,6 Prozent der KI-Nutzer:innen. In der jüng­sten Befra­gung waren es 52,4 Prozent. Gle­ichzeit­ig sank der Anteil der­jeni­gen, die einen neuen Trend nicht ver­passen woll­ten, von 13,6 Prozent auf 6,4 Prozent. Auch der Anteil der­jeni­gen, die in KI keinen erkennbaren per­sön­lichen Vorteil sehen, ging von 19,4 Prozent auf 12,7 Prozent zurück.

Diese Entwick­lung spricht dafür, dass Zeit­erspar­nis als Nutzungs­grund wichtiger wird, während der Reiz eines neuen Trends nach­lässt. Für Unternehmen fol­gt daraus allerd­ings nicht, dass jede KI-Funk­tion von Kun­den­seite angenom­men wird. Entschei­dend bleibt, ob sie einen spür­baren Vorteil wie z. B. schnellere Ori­en­tierung oder eine vere­in­fachte Such­funk­tion bieten.

Mehr wahrgenommener Nutzen bedeutet noch nicht mehr Vertrauen

Während bei der KI-gestützten Pro­duk­t­suche inzwis­chen häu­figer konkrete Vorteile wahrgenom­men wer­den, lag der Anteil der Befragten, die hierin kein­er­lei Vorteile sehen, im Sep­tem­ber 2025 und März 2026 bei rund 34 Prozent. In der jüng­sten Erhe­bung sank er auf 17,3 Prozent. Genan­nt wer­den unter anderem Zeit­erspar­nis, eine ein­fachere Bedi­enung, weniger Wer­bung und bessere Preise.

Das Ver­trauen in KI entwick­elt sich dabei jedoch nicht im gle­ichen Maß. Rund 25 Prozent der Befragten äußerten über die Erhe­bun­gen hin­weg Unsicher­heit gegenüber KI-gener­ierten Ergeb­nis­sen. Auch manip­ulierte Inhalte, falsche Bew­er­tun­gen und unklare Quellen beschäfti­gen weit­er­hin jew­eils unge­fähr ein Vier­tel bis ein Drit­tel der Befragten.

Die wach­sende Nutzung von KI-Tools sollte daher nicht zwangsläu­fig mit wach­sen­dem Ver­trauen in KI gle­ichge­set­zt wer­den. So kön­nen Men­schen KI zwar als prak­tisch empfind­en, ihre Ergeb­nisse aber zugle­ich kri­tisch beurteilen. Für Anbieter:innen leit­et sich daraus eine zen­trale Gestal­tungsauf­gabe ab: Empfehlun­gen soll­ten nachvol­lziehbar sein, Quellen erkennbar bleiben und Pro­duk­t­in­for­ma­tio­nen über­prüft wer­den kön­nen. Wer KI in Beratung oder Suche ein­set­zt, muss nicht nur Kom­fort schaf­fen, son­dern auch Ori­en­tierung und Kon­trolle ermöglichen.

Was können Unternehmen jetzt daraus ableiten?

„Die Befra­gun­gen zeigen einen Über­gang von der exper­i­mentellen zur stärk­er funk­tionalen Nutzung“, erk­lärt Senior Con­sul­tant Susanne Dierl von ibi research. „KI wird regelmäßiger einge­set­zt und etabliert sich zugle­ich als zusät­zlich­er Zugang zu Produktinformationen.“
Für den Han­del und dig­i­tale Anbieter:innen ergeben sich daraus drei Prioritäten:
• Pro­duk­t­dat­en sys­tem­a­tisch pfle­gen: Infor­ma­tio­nen soll­ten voll­ständig, aktuell, wider­spruchs­frei und maschi­nen­les­bar vorliegen.
• KI-Anwen­dun­gen am konkreten Kun­den­nutzen aus­richt­en: Zeit­erspar­nis, ein­fache Bedi­enung und bessere Ori­en­tierung sind überzeu­gen­der als eine KI-Funk­tion um ihrer selb­st willen.
• Ver­trauen aktiv gestal­ten: Quellen, Auswahlkri­te­rien und Gren­zen von Empfehlun­gen soll­ten trans­par­ent sein. Eben­so wichtig sind Möglichkeit­en zur Prü­fung und Korrektur.

Die voll­ständi­ge Studie find­en Sie hier zum Download:

ibi research an der Uni­ver­sität Regens­burg GmbH ist ein deutsch­landweit aktives Insti­tut für ange­wandte Forschung im Bere­ich der dig­i­tal­en Wirtschaft. Mit Fokus auf Bank­ing, Pay­ment und Han­del unter­suchen wir inno­v­a­tive Tech­nolo­gien, Geschäftsmod­elle und Trends, um prax­is­na­he Lösun­gen und Empfehlun­gen für Unternehmen und Organ­i­sa­tio­nen zu entwickeln.

Das Forschungsspek­trum reicht von der Mark­t­analyse und Geschäftsmod­ell-Entwick­lung über Prozess­gestal­tung und Data Ana­lyt­ics bis hin zu Fra­gen der Gov­er­nance und Com­pli­ance. Zugle­ich bietet ibi research umfassende Beratungsleis­tun­gen zur Umset­zung der Forschungs- und Pro­jek­tergeb­nisse an.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: www.ibi.de

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