Hohe Nutzung, begrenzte Loyalität: Wo Loyalty Apps an ihre Grenzen stoßen

Neue Studie zum The­ma Loy­al­ty Apps von IFH MEDIA ANALYTICS und MEDIA CENTRAL zeigt: Neun von zehn Verbraucher:innen nutzen min­destens eine Loy­al­ty App. PAYBACK bleibt meist­genutzte App, gefol­gt von LIDL Plus und REWE Bonus. Kun­den­bindung­spro­gramme genießen hohes Ver­trauen, doch Preis und Ange­bot schla­gen App-Bindung. Loy­al­ty Apps scheit­ern häu­fig an Nutzungssi­t­u­a­tion: Ange­bote wer­den als störend wahrgenom­men oder nicht aktiv gefun­den. Verzah­nung mit On- und Offline-Kanälen, die sowohl gezielt genutzt als auch beiläu­fig rezip­iert wer­den kön­nen, sind essen­ziell für Kundenbindung.

Der Markt für Loy­al­ty Apps ist in Bewe­gung wie sel­ten zuvor. Große Lebens­mit­tel­händler wie REWE oder Kau­fland haben ihre Pro­gramme im ver­gan­genen Jahr mas­siv aus­ge­baut, EDEKA ist als Part­ner bei PAYBACK eingestiegen. Und auch jen­seits des klas­sis­chen Lebens­mit­teleinzel­han­dels set­zen immer mehr Anbi­eter auf dig­i­tale Loy­al­ty-Pro­gramme. Ziel ist es, Kund:innen enger zu binden, Kau­fan­reize zu schaf­fen und rel­e­vante Touch­points ent­lang der Cus­tomer Jour­ney zu beset­zen. Doch wie erfol­gre­ich ist diese Strate­gie tat­säch­lich? Wie entwick­eln sich Nutzung und Akzep­tanz von Loy­al­ty Apps und wo stoßen Pro­gramme an ihre Gren­zen? Antworten liefert die neue Studie von IFH MEDIA ANALYTICS und MEDIA CENTRAL „Beyond Loy­al­ty Apps: Warum Kun­de­nansprache mehr als dig­i­tale Treue­pro­gramme braucht“, für die 1.000 Konsument:innen[1] repräsen­ta­tiv befragt wur­den. Die Ergeb­nisse zeigen: Loy­al­ty Apps sind im All­t­ag der Verbraucher:innen fest ver­ankert: Neun von zehn Befragten (91 %) nutzen min­destens eine Loy­al­ty App. Damit ist die Zahl der Nicht-User:innen im Jahresver­gle­ich deut­lich geschrumpft (2026: 9 %; 2025: 30 %). Die durch­schnit­tliche Anzahl der genutzten Loy­al­ty Apps bleibt mit 4,2 pro Konsument:innen aber sta­bil auf Vorjahresniveau.

„Das Wach­s­tum im Loy­al­ty-App-Markt ist weit­ge­hend aus­gereizt. Zwar ist die Nutzung ins­ge­samt hoch, doch die durch­schnit­tliche App-Nutzung stag­niert. Während Light User:innen keinen Mehrw­ert in weit­eren Pro­gram­men sehen, ist bei Heavy User:innen der Home­screen bere­its über­füllt. Aufmerk­samkeit wird damit zur knapp­sten Ressource. Hohe Reich­weite bedeutet zudem nicht automa­tisch echte Loy­al­ität. Viele Pro­gramme sind zwar instal­liert, schaf­fen es aber nicht, sich dauer­haft im rel­e­van­ten Einkauf­sall­t­ag der Konsument:innen zu ver­ankern“, so Andreas Rieköt­ter, Geschäfts­führer von IFH MEDIA ANALYTICS.

Branchenübergreifende Programme vs. LEH-Apps: Kopf an Kopf im Alltag

Im Nutzungsmix liefern sich branchenüber­greifende Pro­gramme und Loyalty‑Apps einzel­ner Lebens­mit­teleinzel­händler ein Kopf-an-Kopf-Ren­nen: Bei­de For­mate wer­den von jew­eils 57 Prozent der Verbraucher:innen mehrmals wöchentlich genutzt. Trotz des inten­siv­en Wet­tbe­werbs bleibt PAYBACK mit deut­lichem Vor­sprung die meist­genutzt Loy­al­ty App (40 %). Dahin­ter fol­gen Händler­pro­gramme wie LIDL Plus (16 %), REWE Bonus (11 %) sowie die Kau­fland Card (7 %). Darüber hin­aus kom­men auch Pro­gramme aus anderen FMCG-Branchen regelmäßig zum Ein­satz: Vor allem Loy­al­ty Apps von Drogeriemärk­ten erre­ichen bere­its eine rel­e­vante monatliche Nutzung (43 %).

Opportunismus statt echter Markenbindung

Grund­sät­zlich genießen Loy­al­ty-Pro­gramme einen hohen Ver­trauensvorschuss: 66 Prozent der Nutzer:innen bew­erten die Vorteile als ser­iös und fair, unter den Heavy User:innen sind es sog­ar 74 Prozent. Auch Daten­schutzbe­denken spie­len für die Mehrheit keine Rolle (57 %). Gle­ichzeit­ig zeigt sich jedoch eine klare Gren­ze der Bindungswirkung: Drei Vier­tel der Nutzer:innen entschei­den sich im Zweifel für ein gutes Ange­bot oder einen attrak­tiv­en Preis – unab­hängig von ein­er Loy­al­ty App. Beson­ders stark aus­geprägt ist diese Präferenz bei Light User:innen (85 %) sowie bei älteren Konsument:innen (80 %). Entsprechend wer­den Loy­al­ty Apps vor allem dann genutzt, wenn sich der Vorteil aus Sicht der Konsument:innen wirk­lich lohnt (78 %). Wie ger­ing die tat­säch­liche Bindung ist, zeigt sich auch darin, dass jede:r Zweite (51 %) angibt, für den besten Vorteil häu­fig zwis­chen ver­schiede­nen Apps zu wechseln.

Push-Pull-Gap schließen durch sinnvolle Verzahnung verschiedener Kanäle

Ange­bot­skanäle erfüllen unter­schiedliche Rollen im Span­nungs­feld zwis­chen „Push“ und „Pull“: Während Pull‑Formate auf die aktive, frei­willige Ange­botssuche der Konsument:innen set­zen – etwa über gedruck­te oder dig­i­tale Prospek­te −, brin­gen Push‑Kanäle wie Print- oder Vor-Ort-Wer­bung Ange­bote gezielt zum richti­gen Zeit­punkt an die Konsument:innen. Genau an dieser Schnittstelle zeigt sich eine zen­trale Schwäche von Loy­al­ty Apps: Ihre Push‑Nachrichten wer­den von 68 Prozent der Nutzer:innen schnell als störend emp­fun­den, gle­ichzeit­ig fehlt es an Über­sichtlichkeit und Ange­botsin­sze­nierung für einen echt­en Pull‑Effekt. Entsprechend gibt fast jede:r Zweite (49 %) an, inner­halb der Apps schnell den Überblick über die Ange­bote zu ver­lieren – 82 Prozent dieser Gruppe bew­erten gedruck­te Prospek­te als übersichtlicher.

„Loy­al­ty Apps sind heute bre­it etabliert — echte Bindung entste­ht darau aber noch nicht automa­tisch. Viele Nutzer:innen bleiben in erster Lin­ie preis — sowie ange­bot­sori­en­tiert und wählen im Zweifel den besten Deal. Entschei­dend ist deshalb die gezielte Verzah­nung von Kanälen mit unter­schiedlichen Funk­tio­nen: Print-Prospek­te und Online-Prospek­te schaf­fen Überblick und Inspi­ra­tion, Vor-Ort-Wer­bung und Außen­wer­bung set­zen zusät­zliche Impulse. Genau dieses Zusam­men­spiel ist der Hebel, um aus Reich­weite tat­säch­liche Aktivierung zu schaf­fen“, erläutert Palle Prest­ing, Team Lead Mar­ket­ing & Brand bei MEDIA CENTRAL.

Die Studie „Beyond Loy­al­ty Apps: Warum Kun­de­nansprache mehr als dig­i­tale Treue­pro­gramme braucht“ von IFH MEDIA ANALYTICS und MEDIA CENTRAL unter­sucht Nutzung, Wirkung, Stärken sowie Schwächen von Loy­al­ty Apps aus Kon­sumenten­sicht. Dafür wur­den in ein­er repräsen­ta­tiv­en Onlinebe­fra­gung 1.000 Konsument:innen befragt.

Die gesamte Studie kann hier kosten­frei herun­terge­laden werden.

IFH MEDIA ANALYTICS liefert Infor­ma­tio­nen, Mark­t­forschung und Beratung zu wer­berel­e­van­ten Fragestel­lun­gen rund um eine erfol­gre­iche Gestal­tung der ganzheitlichen Ange­bot­skom­mu­nika­tion. Umfan­gre­iche Dat­en zu Märk­ten, Kundin­nen und Kun­den und Wet­tbe­werb bilden die Basis, um Aus­sagen zu Erre­ich­barkeit, Nutzung und Wer­be­wirkung bezugnehmend auf die unter­schiedlichen Wer­bekanäle tre­f­fen und pass­ge­naue, effiziente Media-Mix-Mod­elle ableit­en zu kön­nen. Einge­bet­tet in die Cus­tomer Jour­ney ergibt sich ein 360°-Blick im Rah­men der indi­vidu­ellen Werbe- und Unternehmensstrate­gie. IFH MEDIA ANALYTICS ist ein Tochterun­ternehmen des IFH KÖLN, das sich als renom­miertes Mark­t­forschungs- und Beratung­sun­ternehmen im Han­del­sum­feld der erfol­gre­ichen Gestal­tung der Zukun­ft des Han­dels und der Etablierung zeit­gemäßer Geschäftsmod­elle widmet.

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