Der neue Gatekeeper beim Einkauf: die KI entscheidet zunehmend mit

Ob neuer Lap­top, Smart­watch oder Spielekon­sole: Wer heute vor ein­er größeren Anschaf­fung ste­ht, ver­gle­icht nicht mehr nur Preise auf den entsprechen­den Inter­net­por­tal­en oder liest Kun­den­be­w­er­tun­gen. Immer häu­figer wird auch gen­er­a­tive KI zum Einkaufs­ber­ater. In Deutsch­land nutzen bere­its 8 Prozent der Online-Recher­chieren­den AI Search, also Anwen­dun­gen wie Chat­G­PT oder Gem­i­ni, um sich vor dem Kauf eines neuen Pro­duk­ts zu informieren.

Beson­ders stark ist die KI-Nutzung laut NIQ-Dat­en in erk­lärungs­bedürfti­gen oder teur­eren Pro­duk­tkat­e­gorien bei denen der Kaufentschei­dung­sprozess der Ver­brauch­er ohne­hin bere­its kom­plex­er ist. Zum Beispiel bei mobilen Com­put­ern, Spielekon­solen und Wear­ables wie Smart­watch­es oder Fit­ness-Track­ern liegt der Anteil der KI-gestützten Online-Recherche jew­eils bei 13 Prozent. Bei Tablets sind es 12 Prozent, bei Haarstyling-Geräten und Fernse­hgeräten jew­eils 9 Prozent.

„Ger­ade bei kom­plex­eren oder teur­eren Anschaf­fun­gen beobacht­en wir, dass Kon­sumenten KI zunehmend wie einen per­sön­lichen Einkaufs­ber­ater nutzen“, erk­lärt Julia Kalkows­ki, Exper­tin für tech­nis­che Kon­sumgüter bei NIQ. „Viele lassen sich Pro­duk­te ver­gle­ichen, Unter­schiede erk­lären oder passende Ange­bote zusammenstellen.“

ChatGPT dominiert die KI-Produktsuche deutlich

In der KI-gestützten Pro­duk­t­suche liegt Chat­G­PT vorn: 84 Prozent der Nutzer von AI Search im Tech & Durables Bere­ich greifen auf die Plat­tform zurück. Mit Abstand fol­gt die Gem­i­ni App (22 Prozent). Andere KI-Ange­bote wie Copi­lot, Per­plex­i­ty oder Meta AI spie­len bis­lang eine ver­gle­ich­sweise geringe Rolle.

Zudem erset­zt KI klas­sis­che Infor­ma­tion­squellen noch nicht voll­ständig. Such­maschi­nen, Preisver­gle­ich­sportale und Händler-Web­sites bleiben beim Kauf Tech­nis­ch­er Kon­sumgüter (TCG), zu denen unter anderem Unter­hal­tungse­lek­tron­ik und Haushalts­geräte zählen, weit­er­hin die wichtig­sten Touch­points im online Kauf­prozess. Nur 2 Prozent der Käufer von TCG-Pro­duk­ten geben derzeit an, dass KI-gener­ierte Zusam­men­fas­sun­gen ihre wichtig­ste Infor­ma­tion­squelle bei der Pro­duk­t­suche sind.

„Aktuell ist KI eher ein zusät­zlich­er Recherchekanal als ein Ersatz für klas­sis­che Pro­duk­t­suche“, so Julia Kalkows­ki. „Aber die Dynamik ist enorm. Vor allem jün­gere Kon­sumenten inte­gri­eren KI bere­its sicht­bar in ihre Einkaufsroutine.“

KI hilft vor allem beim Vergleichen und Verstehen

Beson­ders häu­fig wird KI genutzt, um Pro­duk­te und Preise zu ver­gle­ichen. 55 Prozent der KI-Nutzer set­zen gen­er­a­tive KI für Mod­el­lver­gle­iche ein, 53 Prozent suchen nach dem besten Preis oder Ange­bot. Weit­ere wichtige Anwen­dungs­fälle sind Marken­ver­gle­iche (38 Prozent), per­son­al­isierte Empfehlun­gen (35 Prozent) sowie das Erk­lären tech­nis­ch­er Funk­tio­nen (35 Prozent). Während Kon­sumenten KI also zunehmend nutzen, um Kaufentschei­dun­gen vorzu­bere­it­en, bedeutet das nicht automa­tisch, dass sie auch Pro­duk­te nur deshalb kaufen, weil diese selb­st mit KI-Funk­tio­nen aus­ges­tat­tet sind.

So nen­nen in Deutsch­land bis­lang nur 9 Prozent der Käufer KI-Funk­tio­nen als wichtiges Kaufkri­teri­um bei Smart­phones. Bei Lap­tops, Tablets und anderen mobilen Com­put­ern sind es 6 Prozent, bei Wear­ables wie Smart­watch­es oder Fit­ness-Track­ern 5 Prozent und bei Fernse­hgeräten 4 Prozent. Als Ver­gle­ich: Deut­lich rel­e­van­ter bleiben für Kon­sumenten konkrete Pro­duk­tvorteile. Bei Smart­phones ist die Bat­terielaufzeit mit 52 Prozent das wichtig­ste Kaufkri­teri­um, die Kam­er­aqual­ität liegt mit 38 Prozent unter den Top 3. Auch bei Haushalts­geräten zählt vor allem der prak­tis­che Mehrw­ert, etwa eine höhere Energieef­fizienz. KI wird damit vor allem dann rel­e­vant, wenn sie an beste­hende Kauf­mo­tive wie bessere Fotos, län­gere Akku­laufzeit, gerin­gere Kosten oder mehr Kom­fort andockt.

Vom Suchfeld zum Einkaufsassistenten

Der näch­ste Entwick­lungss­chritt zeich­net sich inter­na­tion­al bere­its ab: KI wird vom Recherchetool zum Kauf­ber­ater. Agen­tic Com­merce beschreibt dabei Einkauf­sprozesse, in denen KI-Sys­teme Kau­fab­sicht­en erken­nen, Empfehlun­gen ableit­en und per­spek­tivisch Entschei­dun­gen für Kon­sumenten vor­bere­it­en. Wie weit solche neuen Einkauf­s­rou­ti­nen in einzel­nen Märk­ten bere­its fort­geschrit­ten sind, zeigt der NIQ-Report „The Com­merce Rev­o­lu­tion: Where East Meets West“.

In APAC nutzen bere­its 58 Prozent der Kon­sumenten Quick Com­merce und 59 Prozent Social Com­merce. In Europa und Nor­dameri­ka gibt es dage­gen noch deut­lich­es Wach­s­tumspoten­zial: 66 Prozent der europäis­chen und 69 Prozent der nor­damerikanis­chen Kon­sumenten haben Quick Com­merce bis­lang noch nie genutzt. Auch Social Com­merce wurde von 67 bis 68 Prozent der Kon­sumenten in diesen Regio­nen noch nicht ausprobiert.

Beson­ders offen für KI-gestützte Einkauf­sentschei­dun­gen zeigen sich Kon­sumenten in Indi­en. Dort wür­den 49 Prozent eine Pro­duk­tempfehlung ihres eige­nen KI-Assis­ten­ten akzep­tieren, 46 Prozent wür­den KI nutzen, um alltägliche Einkauf­sentschei­dun­gen zu automatisieren.

Auch in west­lichen Märk­ten sind bere­its erste Effek­te mess­bar: Laut NIQ ist der KI-ver­mit­telte Traf­fic auf US-Retail-Web­sites im Jahresver­gle­ich um 1.200 Prozent gestiegen. Zugle­ich kon­vertieren KI-ver­mit­telte Shop­per 31 Prozent bess­er als andere Website-Besucher.

Für Händler und Marken bedeutet das: Sicht­barkeit entste­ht online kün­ftig nicht mehr nur über Such­maschi­nen, Preisver­gle­ich­sportale oder soziale Net­zw­erke. Vielmehr wird zunehmend entschei­dend, ob Pro­duk­te auch von KI-Sys­te­men gefun­den, ver­standen und emp­fohlen wer­den. Struk­turi­erte Pro­duk­t­dat­en, Echtzeit-Ver­füg­barkeit­en, kor­rek­te Preise und präzise Pro­duk­tat­tribute wer­den damit zu zen­tralen Voraus­set­zun­gen im dig­i­tal­en Kaufprozess.

The Com­merce Rev­o­lu­tion: Where East Meets West

Die Analyse „The Com­merce Rev­o­lu­tion: Where East Meets West“ von NIQ unter­sucht die glob­ale Evo­lu­tion des Han­dels an der Schnittstelle zwis­chen östlichen Inno­va­tio­nen und west­lichen Mark­t­stärken. Im Zen­trum ste­hen dig­i­tale Geschäftsmod­elle wie Social Com­merce, Quick Com­merce und E‑Commerce. Die Ergeb­nisse basieren auf ein­er umfassenden Daten­ba­sis: Neben dem „Con­sumer Out­look Sur­vey“ vom Juli 2025 zur Erfas­sung von Kon­sumentene­in­stel­lun­gen wur­den transak­tions­basierte Dat­en von NIQ Dig­i­tal Pur­chas­es sowie Erken­nt­nisse aus den Retail Mea­sure­ment Ser­vices (RMS) herange­zo­gen. Die Studie deckt Schlüs­selmärk­te in Europa, Nor­dameri­ka und APAC ab.

gfknewron Con­sumer

gfknewron ist eine stets ver­füg­bare Plat­tform, die Markt‑, Ver­brauch­er- und Mark­endat­en mit KI-gestützten Empfehlun­gen kom­biniert. Sie ermöglicht es Unternehmen, umset­zbare und ver­net­zte Erken­nt­nisse zu gewin­nen und schnell zu han­deln, um nach­haltiges Wach­s­tum anzukurbeln. Die Plat­tform bietet drei spez­i­fis­che Mod­ule: „gfknewron Mar­ket“ für Markt- und Wet­tbe­werb­serken­nt­nisse, „gfknewron Con­sumer“ für ein tief­greifend­es Ver­braucherver­ständ­nis und „gfknewron Pre­dict“, das Unternehmen Empfehlun­gen auf Basis von Mark­t­dat­en und KI-gestützter Intel­li­genz liefert.

NIQ eBUS: AI pow­ered prod­ucts in the Eyes of the Con­sumer 2025

Die Studie „ AI pow­ered prod­ucts in the Eyes of the Con­sumer 2025 “ von NIQ unter­sucht die Wahrnehmung, Erwartun­gen sowie Kauf­mo­tive rund um KI-opti­mierte Tech­nolo­giepro­duk­te und Haushalts­geräte aus Kon­sumenten­sicht. Im Fokus ste­hen The­men wie Aware­ness, Nutzen­ver­sprechen und Kauf­bar­ri­eren von AI-gestützten Smart­phones, Lap­tops, TVs sowie kleinen und großen Haushalts­geräten. Grund­lage der Analyse ist eine im Juli 2025 durchge­führte Online-Befra­gung über den NIQ eBUS mit jew­eils 1.000 Teilnehmer:innen im Alter von 18 bis 74 Jahren in den Märk­ten USA, Großbri­tan­nien, Süd­ko­rea, Japan und Deutsch­land. Die Studie basiert auf einem quotierten, repräsen­ta­tiv­en Sam­ple nach Geschlecht, Alter und Region.

NIQ Mid-Year Con­sumer Out­look: Guide to 2025

Der “NIQ Mid-Year Con­sumer Out­look: Guide to 2025” liefert eine ana­lytis­che Ein­schätzung der Ver­brauch­er­stim­mung auf Basis eines weltweit­en Net­zw­erks von Con­sumer-Intel­li­gence-Lösun­gen sowie der Rück­mel­dun­gen von mehr als 17.000 Online-Ver­brauch­ern aus 23 Län­dern. Ziel der Studie ist es, ein besseres Ver­ständ­nis für die aktuelle Wahrnehmung des wirtschaftlichen Umfelds, die Kaufentschei­dun­gen der Kon­sumenten und die dahin­ter­liegen­den Beweg­gründe zu gewin­nen.  

Nielsen IQ (NYSE: NIQ) ist ein weltweit führen­des Con­sumer Intel­li­gence Unternehmen, das ein umfassendes Ver­ständ­nis des Kaufver­hal­tens von Ver­brauch­ern liefert und neue Wege zum Wach­s­tum aufzeigt. Durch die Kom­bi­na­tion ein­er unver­gle­ich­lichen glob­alen Daten­ab­deck­ung und detail­liert­er Ver­brauch­er- und Han­delsmes­sun­gen mit jahrzehn­te­langer KI-Mod­el­lierung­sex­per­tise entwick­elt NIQ Entschei­dungssys­teme, die Unternehmen dabei helfen, kom­plexe Dat­en in sicheres Han­deln umzusetzen.

Mit Nieder­las­sun­gen in mehr als 90 Län­dern deckt NIQ etwa 82 % der Welt­bevölkerung und mehr als 7,4 Bil­lio­nen US-Dol­lar an glob­alen Ver­braucher­aus­gaben ab. Durch cloud­basierte Plat­tfor­men, fortschrit­tliche Analy­sen und KI-gestützte Erken­nt­nisse liefert NIQ „The Full View™“ – und hil­ft Marken und Einzel­händlern zu ver­ste­hen, was Ver­brauch­er kaufen, warum sie es kaufen und wie sie als Näch­stes vorge­hen sollten.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen find­en Sie unter www.niq.com.

Autor/ Kon­takt

NIQ
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