
Neue Studie von ibi research zeigt: KI weckt Interesse beim Shoppen, doch Vertrauen und Routine fehlen noch
Immer öfter hilft Künstliche Intelligenz (KI) beim Suchen, Vergleichen und Einkaufen. Google zeigt sogenannte „AI Overviews“ – also automatisch erstellte Übersichten mit KI-Unterstützung. Anwendungen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity bieten zunehmend Funktionen, die das Online-Shopping einfacher machen sollen. Doch nutzen Verbraucher:innen diese Möglichkeiten wirklich? Das untersucht eine aktuelle Studie von ibi research an der Universität Regensburg.
33 Prozent der 1.042 befragten Personen in Deutschland nutzen KI-Anwendungen bereits täglich oder wöchentlich. In der Gruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt dieser Wert schon bei 67 Prozent. Ziel der Studie „Einsatz von KI als Shopping-Assistant“ war es, herauszufinden, wie häufig KI-Anwendungen beim Einkaufen genutzt werden, welche Motive und Hemmnisse es gibt – und welche Rolle Vertrauen dabei spielt. Dabei wurde deutlich: KI ist längst Teil des digitalen Alltags, aber noch kein fester Bestandteil im Einkaufsverhalten.
KI steht am Anfang ihrer Verbreitung
Noch sind KI-Angebote für viele Menschen neu. 64 Prozent der Befragten haben bereits KI-Anwendungen genutzt. Die Nutzung bleibt aber auf bestimmte Gruppen beschränkt, nämlich vor allem auf jüngere und technikaffine Personen. Eine breite, alltägliche Anwendung gibt es bislang nicht. Wer KI nutzt, tut das meist, um Zeit zu sparen oder Unterstützung bei konkreten Aufgaben zu bekommen. Reine Neugier oder Spaß am Ausprobieren spielen eine eher untergeordnete Rolle.
Blickt man auf den Einkaufsprozess, gaben bereits 22 Prozent der Befragten an, dass sie KI-Anwendungen zur Produktsuche verwenden. 16 Prozent erstellen Preisvergleiche, 12 Prozent lassen sich konkret beim Einkaufprozess beraten. Somit kann man noch nicht von einem Massenphänomen sprechen, aber von einer Entwicklung, die für den Online-Handel eine gewisse Relevanz aufweist.

KI-Anwendungen ersetzen klassische Suchmaschinen
47 Prozent der Befragten nutzen KI-Anwendungen bereits als Suchmaschine. Gut ein Viertel davon verwendet immer oder meistens KI-Anwendungen bei der Suche nach Produkten oder Dienstleistungen. Zudem gaben 28 Prozent der KI-Nutzer an, dass sie bereits Produkte gekauft haben, die ihnen eine künstliche Intelligenz bei der Recherche empfohlen hat.
Vertrauen ist der Knackpunkt
Viele Menschen stehen der Technologie skeptisch gegenüber. Unklar bleibt oft, woher die Informationen stammen und wie zuverlässig die Ergebnisse sind. Dieses Misstrauen bremst die regelmäßige Nutzung – besonders beim Thema Einkaufen. So gaben 38 Prozent an, dass für sie die fehlende Transparenz über die Herkunft der Informationen (unklare Trainingsdaten) ein Nachteil sei. „Nicht alle Käufer vertrauen der KI. Doch mit zunehmender Nutzung und Verbreitung schwindet der kritische Blick“, so Dr. Georg Wittmann, Geschäftsführer von ibi research.
KI-Nutzung spaltet: Jüngere und Besserverdienende vorne
Die Ergebnisse zeigen auch: Nutzung und Akzeptanz von KI hängen stark von Alter, Bildung und Einkommen ab. Vor allem Jüngere, höher Gebildete und Besserverdienende greifen häufiger auf KI-Anwendungen zurück. Für Handel und Anbieter bedeutet das, dass sie unterschiedliche Zielgruppen gezielt ansprechen müssen.
„Unsere Studie zeigt: Künstliche Intelligenz ist vielen Menschen bekannt, aber noch nicht selbstverständlich“, erklärt Susanne Dierl, Studienautorin und Senior Consultant bei ibi research. „Wer als Anbieter von KI-gestützten Diensten überzeugen will, muss Vertrauen schaffen – durch Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit. Dann wird KI künftig ein fester Bestandteil im Einkaufsprozess werden.“
Die gesamte Studie „Einsatz von KI als Shopping-Assistant“ und das zugehörige Whitepaper „KI-basierte Shoppingassistenten: Leistungsfähigkeit, Akzeptanz und strategische Implikationen“ sind zum Kombi-Preis von 50 Euro (zzgl. USt.) erhältlich unter ibi.de/ki-studie.
Autor/ Kontakt
Carina Freundl
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